Motto-Bild für "100 Jahre BRÖTJE". Abstrahiertes Bild eines schwarzen Firmengebäudes mit BRÖTJE-Logo, darüber ein roter Hintergrund mit abstrahierter Maschinen-Struktur.

Die Zukunft im Blick - 100 Jahre BRÖTJE

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Rechteckiges, graues Label mit schwarz-roter Schrift. 5 Jahre Systemgarantie Brötje Heizung.

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100 Jahre BRÖTJE Geschichte

03. Juni 2019

Wechselvolle Geschichte

Das Unternehmen Brötje feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Den Grundstein für diese lange Historie legte August Brötje senior 1919 mit den Brötje Werken in Rastede. Als Sohn eines Tischlermeisters, Dampfsägewerks- und Mühlenbesitzers lernt er Maschinenbau. Dadurch lag es nahe, dass die ersten Tätigkeiten des Betriebs im Bereich der Maschinenrepa- ratur und -instandsetzung lagen. Hinter der Marke liegt aber auch eine Zeit mit vielen Wandlungen.

Firmengründer, August Brötje senior (links) und seine Sohn August Brötje junior

Zwei Generationen, ein gemeinsamer Weg: Firmengründer, August Brötje senior (rechts) und seine Sohn August Brötje junior

Brötje setzte seinen Fokus ab 1923 auf die Herstellung schmie- deeiserner Bandsägen. Dieses Vor- haben scheiterte allerdings mangels der benötigten Ausstattung. Zum Glück, wie die Unternehmensgeschichte gezeigt hat. Bereits im Jahr 1925 stellte der Gründer die Produktion um und konzentrierte sich vollständig auf die Herstellung von Stahlradiatoren. Der erste Zick-Zack-Radiator der Firma Brötje wurde in Handarbeit hergestellt. Das Modell ist 1935 durch den Gliederradiator abgelöst worden. Neben diesem Geschäft fertigte der Betrieb Einsatzkessel für Küchenherde und führte auch Heizungsmontagen selbst durch. Allerdings wurde letzteres bereits vier Jahre später eingestellt. Bewegende Jahre folgten: Im Alter von 44 Jahren stirbt 1937 August Brötje senior. Seine Frau, Witwe Erna Brötje, wird Inhaberin und übernimmt das Ruder gemeinsam mit dem Prokuristen, Wilhelm Behrens. Der Zweite Weltkrieg stellt Brötje zusätzlich vor eine Herausforderung. Für den Rasteder Heizungstechniker stehen ab 1943 Tabakmaschinen, Feldgeschirr und Flugzeugteile in den Auftragsbüchern. Nach Kriegsende entspannt sich die Lage. August Brötje junior übernimmt den Betrieb und orientiert sich maßgeblich am Führungsstil seines Vaters. Die Produktion der Gliederradiatoren wird langsam wieder aufgenommen. Ab 1949 zählt das Unternehmen rund 200 Beschäftigte. Zwei Werke sorgen für den Produktnachschub. Während das Werk in der Peterstraße die Produktion 13 verschiedener Radiatorenmodelle übernimmt, betreibt das Werk in Kleinenfelde die Fertigung von Heizkesseln. Um diese zu verteilen, stehen bereits zu diesem Zeitpunkt eigene Lastzüge zur Verfügung, die die Fertigwaren zu deutschlandweit verbreiteten Lagerstandorten zwischen Hamburg und Stuttgart bringen. Von hier aus geht es bis in die Türkei. Diverse Erweiterungen der Hallen und der Betriebsgelände schaffen die Voraussetzung, um auch international Fuß zu fassen. Die Zeichen stehen auf Wachstum, was sich auch im Ort bemerkbar macht: Zwischen dem Werksgelände hinter dem Bahnhof und der neu gebauten Arbeitnehmersiedlung entsteht 1949 die August-Brötje-Straße in Rastede.

Qualitätstest 1936: Brötje Stahl Radiatoren mit durchgängigem Stabilisationsrohr
Qualitätstest 1936: Brötje Stahl Radiatoren mit durchgängigem Stabilisationsrohr

Weitere Meilensteine lassen nicht lange auf sich warten:

  • 1952: Gründung der Brötje Handelsgesellschaft mbH 
  • 1955: der vollautomatische Ölbrenner wird in das Sortiment aufgenommen 
  • 1963: Baubeginn des Werks für Flachheizelemente in Augustfehn
  • 1966: Produktionsstart der ersten FlachheizelementeMehrere Eigentümerwechsel
1952: Die Brötje Handelsgesellschaft mbH wird gegründet.
1952: Die Brötje Handelsgesellschaft mbH wird gegründet.

1969 muss sich August Brötje junior aus Krankheitsgründen aus der Geschäftsführung zurückziehen, bleibt jedoch Inhaber. Eine traurige Nachricht erhalten die Brötjaner dann im August 1979. Nach langer und schwerer Krankheit stirbt der Geschäftsführer mit 58 Jahren als alleiniger Inhaber der Brötje Gruppe und zahlreicher Tochterunternehmen in Deutschland sowie im europäischen Ausland. Die Erbengemeinschaft übernimmt das Ruder. 1989 ergibt sich dann ein einschneidendes Ereignis in der Brötje Geschichte: 80 % der Firmenanteile an der Brötje Gruppe werden durch die Erbengemeinschaft an die Compagnie Internationale du Chauffage S.A. (CICH), Paris, die zur Nord-Est-SA-Gruppe gehört, verkauft. Ab jetzt beginnt die Zusammenarbeit mit Gusslieferungen aus Soissons. Anfang 1992 verkaufen die Brötje Erben auch den restlichen Anteil von 20 % an CICH nach Frankreich. Bereits im Frühjahr 1992 wird die französische Muttergesellschaft von Brötje von der britischen Blue Circle Home Products PLC übernommen. Aufgrund der geänderten Marktanforderungen und der gesunkenen Nachfrage nach Stahlgliederradiatoren, wird die Produktion im September 1995 eingestellt. Nur ein Jahr später wird mit der Einführung der neuen Logobloc-Serie die gesamte Stahlkesselproduktion von Rastede nach Frankreich verlagert. Die darauffolgenden Jahre gehen nicht spurlos an Brötje vorbei. Immer wieder gibt es Höhen und Tiefen, bis im Februar 1999 mit der GC-Gruppe der Kooperations- und Distributionsvertrag geschlossen wird. Hiermit legt der Hersteller einen wichtigen Grundstein für den Vertrieb und ist seitdem flächendeckend in Deutschland vertreten. Doch mit den Eigentümerwechseln geht es weiter. Im Herbst 1999 steht der dritte binnen 10 Jahren bevor. Der britische Mutterkonzern Blue Circles Industries gibt die Brötje Heizungssparte an die Baxi Group ab. Neben der Erweiterung des neuen Kunden-Service-Centers in Rastede und der damit verbundenen Aufstockung des Service-Gedanken, gewinnt in dieser Zeit der Umweltgedanke weiter an Bedeutung. Der Trend zur Nutzung regenerativer Energien führt neben bereits existierenden thermischen Solarkollektoren zur Markteinführung der Wärmepumpe Senso-Therm BSW und dem Pelletskessel NovoPellet SPK. Im Jahr 2009 wird Brötje Teil der BDR Thermea Group - einer der weltweit führenden Hersteller und Lieferanten von Heiz- sowie Trinkwarmwassersystemen. Durch die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen BDR Thermea-Unternehmen in ganz Europa, entwickelt der Hersteller zeitgemäße Produkte. So sollen weitere 100 Unternehmensjahre für die Marke gelingen.

Brötje Gebäude wird gebaut 1930

BRÖTJE Hauptquartier heute
100 Jahre Brötje – von den 30er Jahren bis heute (Fotos: August Brötje GmbH, Rastede

Interview mit Heinz Werner Schmidt 

Portrait Heinz Werner Schmidt
Geschäftsführer Brötje Heinz Werner Schmidt im Gespräch mit der RAS-Redaktion

RAS: Herr Schmidt, 100 Jahre besteht das Unternehmen Brötje. Was sind für Sie die wichtigsten Punkte aus der Historie, die trotz der wechselvollen Geschichte den Wert der Marke bis heute bestimmen?

Schmidt: Wenn ich mir die Chronik des Un- ternehmens durchlese, so können sicher- lich einige technische Meilensteine ange- führt werden, die das Fortbestehen des Un- ternehmens nach dem Motto „Innovation treibtWachstum“abgesicherthaben.Ob nun die Gründung des Radiatorenwerkes 1925, die Produktion der ersten Stahl- heizkessel oder das erste „Stiftung Wa- rentest Sehr gut“ für unseren wandhän- genden Gasbrennwertkessel WGB, all das hat sicher auch auf den Markenwert ein- gezahlt. Für mich persönlich ist der Mar- kenwert von Brötje jedoch ein Spiegelbild der Kundenakzeptanz unserer ganzheitli- chen Unternehmensleistung - und das im- merfort während eines ganzen Jahrhun- derts. Die Beziehung zu unseren kaufen- den Fachhandwerkskunden und am Ende die zahlreich überzeugten Anlagenbetrei- ber, die Partnerschaft zu unseren Fach- großhändlern, aber auch unsere Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter und das vorhan- dene immer stetig gewachsene Know-how in unserem Unternehmen sind der wahre Markenwert den es zu bewahren und wei- ter zu steigern gilt.

RAS: Sie sind hier im vergangenen Jahr an- getreten, um das Unternehmen innerhalb derBDR-ThermeaGroupfürdieZukunft auszurichten.WosindfürSiedieAnsätze dafür in den kommenden Jahren?

Schmidt: Think global – act local ! Brötje hat sich in Deutschland in der Marken- landschaft der Heizgerätehersteller eine gu- te Position im Markt erarbeitet und den Marktzugang zum Verarbeiter über unsere Partner im 3-stufigen Vertrieb gut ausge- baut. Die Zugehörigkeit zur BDR-Thermea-Gruppe bietet für uns viele Vorteile, die wir als etablierte Marke im Heimatmarkt Deutsch- land sehr gut nutzen können. Zum Beispiel durch den Know-how-Transfer innerhalb der BDR Thermea Kompetenzzentren. Hier tau- schen wir uns mit den Kollegen aus, um uns so in Anwendungs- und Produktbereichen wie z.B. der Wärmepumpentechnologie zu ergän- zen oder von den laufenden Entwicklungs- projekten im Bereich der Brennstoffzelle und der Wasserstofftechnologie zu profitieren. Die Möglichkeiten,weitereSynergieeninderGrup- pe auszuschöpfen sind aber damit noch lan- ge nicht am Ende. Sicherlich ist auch in an- deren Unternehmensbereichen ein Wissens- transfer und damit eine besserer Ausnutzung vorhandener Potenziale unser Ziel.

RAS: Das Thema Wärmeerzeugung ist gera- de in Deutschland eng verbunden mit der po- litisch gewollten Energiewende. Was bedeu- tet dies für das Produktprogramm von Bröt- je und für die Heiztechnik generell – heute und in der Zukunft?

Schmidt: Mein Wunsch an die Politik ist ei- ne Umsetzung der Möglichkeiten, die im gro- ßen Sektor des Energiemarktes möglichen und nötigen CO2-Einsparungen durch die Er- neuerung alter Heizungsanlagen durch hoch- effiziente und emissionsarme/-freie Wär- mererzeuger wie Gas-Brennwertgeräte und Wärmepumpen zu nutzen und diese zu för- dern. Brötje wird weiterhin daran arbeiten, für die Produktanwender ein attraktives Port- folio an emissionsarmen /-freien Wärmeer- zeugern(wiez.B.Gas-Brennwerttechnik,Wär- mepumpe,Brennstoffzelle,Wasserstoff-Heiz- gerät ) anbieten zu können, die den wach- senden Ansprüchen des Marktes gerecht wer- den und jedem Kunden die Wahl lassen, um- weltbewusst und nachhaltig seinen Warm- wasserkomfort und die Gebäudebeheizung sicherzustellen.

RAS: Brötje ist auf der Vertriebsseite eng ver- bunden mit den Großhandelsunternehmen-Geschäftsführer Brötje Heinz Werner Schmidt im Gespräch mit der RAS-Redaktion der GC Gruppe, der G.U.T.-Gruppe sowie Pfeiffer & May. Wo sehen Sie die Vorteile bei dieser Zusammenarbeit mit einem Teil des Marktes?

Schmidt: Die Synergie, die sich durch die Kernkompetenzen mit dem Großhandel im Bereich Logistik und Vertrieb ergibt, ist der zentrale Punkt, um im Markt wirklich eine nachhaltige Kundenbindung zum Verarbei- ter abzubilden. Und ohne den Verarbeiter ist im dreistufigen Vertriebsweg nichts zu holen. Die Schnittstelle Entwicklung, Pro- duktion von Produkten, Übergabe an den Handel und konsequente Weiterführung al- ler Maßnahmen für das Inverkehrbringen an das Handwerk funktioniert im Zusam- menspiel perfekt.

RAS: Zum Jubiläum darf man sich be- kanntlich etwas wünschen: Wie lautet denn Ihr Wunsch für die Marke Brötje, sagen wir für die kommenden 10 Jahre?

Schmidt: VerlässlicheRahmenbedingun- genimWärmemarktzuhaben,dieeine „Daumen hoch“-Wirkung auf die gesamte Branche nach sich ziehen würde. Alles Weitere regelt der Markt. Da muss in der freien Marktwirtschaft ohnehin jeder Marktteilnehmer für sich kämpfen - und das können wir.

RAS: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schmidt.

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Leiterin Kommu­nikation

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