Bundesweites Bildungs­engagement

Wärmepumpe - Außenteil

28. November 2023


Interview mit Linda Hoffmann aus dem BRÖTJE Besucherzentrum und Kay Gafert aus dem BRÖTJE Akademie-Team

Mit dem neuen Heizungsgesetz nimmt die Bundesregierung das SHK-Fachhandwerk in die Pflicht: Der Auftrag, die angestrebte Wärmewende landesweit umzusetzen, ruht auf den Schultern einer Branche, die nicht nur mit Personalknappheit und Lieferengpässen kämpft, sondern auch mit überholten Ausbildungsinhalten. So verfügt aktuell lediglich ein Bruchteil der Fachleute über das erforderliche Know-how, um eine Wärmepumpe oder ein Hybridsystem zu installieren. Damit liegt aus Sicht von BRÖTJE der Ball erst einmal bei der Industrie: Produktlösungen zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben gibt es. Jetzt sei es Aufgabe der Hersteller, die Installateure mit den Befähigungen für deren Einsatz auszustatten. Über das bundesweite Bildungsengagement von BRÖTJE sprachen wir mit der Leiterin des Veranstaltungsmanagements, Linda Hoffmann, und dem Leiter des Trainings und der Systembetreuung, Kay Gafert.


Redaktion:
„Einfach näher dran“, das ist seit Jahren der BRÖTJE Leitgedanke. Zählt das auch in puncto Aus- und Fortbildung?


Kay Gafert:
Richtig, diesem Leitbild folgen wir auch im Bereich der Wissensvermittlung. Diese hat bei BRÖTJE ja eine lange Tradition und ist ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Wir bieten unseren Marktpartnern, Fachhandwerkern und Servicemonteuren ein umfangreiches Bildungsprogramm. Neben dem Besucherzentrum im Werk Rastede stellt BRÖTJE gemeinsam mit seinen Großhandelspartnern ein deutschlandweites Angebot zur Wissensvermittlung mit über 130 regionalen Trainingscentern in den Handelshäusern zur Verfügung. Es sind die BRÖTJE Fachreferenten und hauseigenen TAs, also der Technische Außendienst, die mit ihrem fundierten Fachwissen die Aus- und Weiterbildung prägen.


Linda Hoffmann:
Dabei schneiden wir Veranstaltungen und Inhalte gezielt auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppen zu.
Unsere Trainingscenter verstehen sich dabei nicht nur als Bildungseinrichtungen, sondern als Treffpunkte und Kommunikationsstätten für Fachhandwerker und Marktpartner. Das neu gestaltete Besucherzentrum beherbergt natürlich die Schulungs- und Praxisräume der BRÖTJE Akademie, Konferenzräume und die Bewirtungsräumlichkeiten. Darüber hinaus bietet es auch die Gelegenheit, die Produkte und das begleitende Dienstleistungsangebot hautnah kennenzulernen – zum Beispiel im Rahmen von Werksbesuchen oder Kundenbindungsprogrammen.


Redaktion:
Angesichts der aktuellen Entwicklungen dürfte bei Ihnen großer Andrang herrschen, oder?


Linda Hoffmann:
Tatsächlich nimmt das Thema „Wissen aufholen“ auf dem Heizungsmarkt eine wichtigere Rolle ein denn je. Daher stellt BRÖTJE sich im Bereich Wissensvermittlung und Touchpoint-Aktivierung noch breiter auf und hat die ursprüngliche Trainingsabteilung in zwei neue Ressorts aufgeteilt. Im Team „Veranstaltungsmanagement“ widmen wir uns nicht nur den organisatorischen Belangen. Wir orchestrieren und moderieren auch alle entsprechenden Maßnahmen, konzipieren Online- und Präsenz-Formate und arrangieren für jede Zielgruppe maßgeschneiderte Veranstaltungen. Unser eigenes Event-Team plant und steuert die Logistik sowie die Produkt- und Materialwirtschaft. Deutschlandweit bauen wir kleine wie große Veranstaltungen auf. Die Besucher können mit Spaß neue Möglichkeiten kennenlernen und erhalten damit einen Anreiz, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehört ein ansprechendes Rahmenprogramm mit herzlicher Betreuung. Die Kombination aus gemeinsamen Events, gewinnbringendem Wissenserwerb und konkret demonstrierten Lösungsoptionen motiviert. Die meisten Besucher haben nach so einem Erlebnis mehr Lust auf Technik und Wissen rund um die BRÖTJE Produkte.


Kay Gafert:
Im neuen Trainingsteam entwickeln und vermitteln wir die technischen Inhalte der Veranstaltungen. Fachhandwerker haben heute große Herausforderungen zu meistern. Dabei sehen sich rund 80 % von ihnen mit grundlegenden Kenntnislücken im Bereich der erneuerbaren Energien konfrontiert. Wir als Hersteller können ihnen diese neu geforderten Kompetenzen an die Hand geben. Wir ergänzen also, was in der klassischen Berufsausbildung lange zu kurz kam.


Natürlich bringen die Teilnehmer unterschiedliche Voraussetzungen mit. Den Geschäftsführer treibt vielleicht die Frage um „Was darf ich überhaupt noch installieren lassen?“, der Monteur will wissen „Wie muss ich das Produkt auf der Baustelle verarbeiten und einstellen?“ Darum sind unsere Schulungsinhalte thematisch und formal an den individuellen Kenntnisständen ausgerichtet. So kann sich jeder Fachhandwerker gut aufgehoben fühlen und sicher sein, dass er aus der investierten Lernzeit den maximalen Nutzen zieht – vom Geschäftsinhaber über den Meister bis zum Auszubildenden.


Redaktion:
Was für Themen werden konkret abgedeckt?


Kay Gafert:
Die Partner im Fachhandwerk finden bei uns ein umfangreiches Seminarprogramm, das heißt praxisnahe Produktschulungen von Brennwerttechnik bis Hybridtechnologie, von Steuer- und Regelungstechnik bis zur regenerativen Wärmeerzeugung. Der Mix macht die Sache so vielfältig.


Unser Schwerpunktthema ist die Hybridtechnologie. Die Nachfrage ist aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen stark und BRÖTJE ist hier hervorragend aufgestellt. Eine reine Wärmepumpenheizung ist eine tolle Sache, aber heute nur in wenigen Gebäuden alleine einsetzbar. Der gesetzlich geforderte Anteil von 65 % Wärme aus regenerativen Quellen lässt sich meist nur über Hybridtechnik erreichen. In unseren Trainings erwirbt der Fachhandwerker die Befähigung, Hybridanlagen korrekt auszulegen. Er lernt Lösungen für konkrete Bausituationen kennen, die er in der Praxis einsetzen kann.


Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit, eine anerkannte Sachkundeprüfung für Wärmepumpen-Systeme nach VDI 4645 abzulegen.


Redaktion:
Das ist bemerkenswert und sicherlich noch eine Erläuterung wert. Was behandelt diese Richtlinie genau?


Kay Gafert:
Sehr gern: Die Richtlinie VDI 4645 Blatt 1 (PE) befasst sich mit der Planung und Errichtung von Wärmepumpenanlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern, von der Voruntersuchung und Konzepterstellung bis hin zur Detailplanung. Sie gibt Hinweise zu empfohlenen hydraulischen Schaltungen, zur Dimensionierung von Anlagenkomponenten, zur Dokumentation, zur Inbetriebnahme der Anlage sowie zur Unterweisung des Betreibers und auch zu Kostenbetrachtungen. Wir sind seit 2019 zertifizierter Schulungspartner des Vereins Deutscher Ingenieure, dem VDI e. V., und haben aktuell etwa 30 zugelassene Referentinnen und Referenten in unseren Reihen, die entsprechend geschult und lizenziert sind.


Redaktion:
Und dadurch kann sich der BRÖTJE Partner bei Ihnen als Sachkundiger für Wärmepumpen-Systeme qualifizieren?


Linda Hoffmann:
Korrekt – das können wir anbieten, und zwar bundesweit in den regionalen Trainingscentern sowie in den sogenannten Wärmepumpen-Leuchttürmen. Außerdem belohnen wir die Teilnahme mit zusätzlichen Statuspunkten für das BRÖTJE Aktivpartner Programm.


Redaktion:
Die Hybridtechnologie ist also derzeit zentral. Wie vermitteln Sie das Wissen dazu?


Kay Gafert:
Unser Trainerteam macht im Train the Trainer-Format unsere 130 TAs fit zum Thema Hybridtechnologien und zu unseren Lösungen. So kann jeder TA als Multiplikator Innen- und Außendienstmitarbeiter unserer Großhandelspartner sowie unsere Fachpartner vor Ort schulen. Das tut er entsprechend der gleichen Schulungsdidaktik, der Methodik und den Informationen, die wir in Rastede an die TAs vermitteln – aber eben im Warmschulungsraum direkt in seiner Region. Darüber hinaus werden Lehrgänge über komplexe Themen wie Hybridtechnologie oft als zu lang und zum Teil zu schwer empfunden. Wir sind der Meinung, dass hier die Mischung aus Theorie und Praxis der Schlüssel ist, mit Beispielen von der Baustelle und Tipps für die tägliche Anwendung. Die Teilnehmer sollen Spaß an der Ausbildung haben und so viel wie möglich für den täglichen Einsatz mitnehmen. So entsteht Sicherheit in der praktischen Anwendung und Planung sowie Kompetenz in der Beratung für unsere Partner im Fachhandwerk.


Redaktion:
Der Fokus liegt also auf hochaktuellen Themen. Wie sieht es mit den Unterrichtsformen aus, welche stehen da zur Wahl?


Linda Hoffmann:
Unsere Partner können sich zwischen Online- und Präsenzangeboten entscheiden. Präsenzveranstaltungen haben natürlich den Vorteil des fachlichen Austauschs und einen Live-Charakter, der häufig gewünscht ist. Wer direkten Kontakt und Hands-on-Trainings sucht, kann sich entscheiden, ob er sich in einem der regionalen Trainingscenter schulen lässt oder zu uns nach Rastede kommt. Für Interessierte mit wenig Zeit bieten wir Online-Seminare und weitere Formate für zu Hause an. Dazu zählen auch über 300 Tutorials, also praktische Erklärvideos, die sehr gut angenommen werden. Nicht nur für die Präsenzveranstaltungen konzipieren Kay Gafert und sein Team die Inhalte. Auch bei der Erstellung von Online-Formaten wie dem E-Learning „Kurzgecheckt“ ist das Trainingsteam unverzichtbar.


Im Format „Blended Learning“ holen wir die Teilnehmer auf ihrem individuellen Wissenslevel ab und begleiten sie in ihrem Lernprozess mit den passenden Tools und Bausteinen. Der Wechsel von Präsenz-Veranstaltungen, Selbstlernphasen und Austausch mit anderen bindet hier aktiv ein, fordert und fördert einen nachhaltigen Wissenstransfer. Beim „Live Event Online“, kurz LEO, werden spannende Themen von uns in Echtzeit präsentiert. Die Besucher können interaktiv mitwirken, diskutieren oder Fragen stellen.


Redaktion:
Bieten Sie noch weitere Schulungsformate an?


Linda Hoffmann:
Das Angebot reicht vom Workshop zur Systemtechnik mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen bis hin zum exklusiven Kundenevent, das wir gemeinsam mit unseren Handelspartnern durchführen. Die Aus- und Weiterbildung gewinnt in diesen dynamischen Zeiten zunehmend an Bedeutung.


Redaktion:
Sagen wir, ich möchte mich schulen lassen. Wohin kann ich mich wenden?


Linda Hoffmann:
Auch hier arbeitet BRÖTJE gemäß dem dreistufigen Vertriebsweg: Direkter Ansprechpartner für den Fachhandwerker ist der Technische Außendienst seiner Region. Typischerweise erkundigt sich der ausführende Fachhandwerker oder Inhaber bei „seinem“ TA nach Schulungsmöglichkeiten. Dieser ermittelt in einer Erstanalyse den Bedarf. Er wird den Fachhandwerker bzw. Inhaber entsprechend über unsere Anmeldekanäle leiten.


Wir möchten hiermit herzlich zum Besuch einladen, online oder in Präsenz bei einem der regionalen Trainingscenter oder in unserem Werk in Rastede. Sprechen Sie einfach den Technischen Außendienst Ihrer Gegend an!


Redaktion:
Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen für die kommende Zeit viele engagierte Teilnehmer.


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