"Der Weg zur Wärmepumpe führt über Hybrid"

Pressemitteilung: Interview mit Marcus Bernhardt zum Schaltplan Kit 65Das BRÖTJE Kit 65: Die vorgefertigte Montageeinheit dient als zentrale Schnittstelle für bivalente Heizungssysteme. Sie wird hinter dem wandhängenden Gas-Brennwertgerät platziert und misst nur 17,5 cm in der Tiefe. 

Wer einer betagten Immobilie zu einer zeitgemäßen Heizung verhelfen will, hat meist an vielen Stellschräubchen zu drehen. Um hier ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen, sind passende Einzelmaßnahmen der Gebäudeertüchtigung und der technischen Umrüstung zu kombinieren. Doch wo anfangen? Der norddeutsche Heizungshersteller BRÖTJE fährt schon lange erfolgreich mit der Strategie „Komplexität vereinfachen – Flexibilität ausnutzen“. Spricht dieser Ansatz für hybride Heizungsmodelle? Und warum spielen diese eine tragende Rolle auf dem Weg in eine emissionsfreie Wärmeversorgung? Fragen wie diese stellte unsere Unternehmenskommunikation an Marcus Bernhardt, Produktmarketing Manager bei der August Brötje GmbH.

Pressemitteilung: Interview mit Marcus Bernhardt zum Kit 65

"Wenn ich mir eine Wärmepumpe anschaffe – warum sollte ich sie dann nicht monovalent, also zur Vollversorgung, betreiben wollen?"

Bernhardt: "Wärmepumpen sind im richtigen Gebäude hervorragend geeignet als klimafreundliche Alleinversorger – doch zum aktuellen Status quo gibt es gute Gründe für Hybridlösungen. Schauen wir uns die Altersstruktur der Gebäude an: Etwa 80 % aller Bauten in Deutschland sind über 25 Jahre alt und damit nicht unbedingt für den optimalen Solobetrieb von Wärmepumpen prädestiniert. Vor der Inbetriebnahme sind neben dem Umbau der Heizungsanlage oft auch Maßnahmen am Gebäude selbst erforderlich. Ein Hybridsystem bietet da das Beste aus zwei Welten. Spitzenlasten lassen sich zum Beispiel mit dem Gasgerät bedienen. Die Auslegung der neuen Wärmepumpe kann dadurch mit einer niedrigeren Nennheizleistung und somit kostengünstiger erfolgen."

"Im Bestandsgebäude ein Hybridsystem mit mehreren Wärmeerzeugern einzurichten ist doch sicher ein Kraftakt?"

Bernhardt: "Nicht, wenn man die Sanierungsschritte zeitlich versetzt vornimmt und der gewohnte Wärmekomfort erhalten bleibt. Darum bieten wir Betreibern und Fachhandwerkern die Möglichkeit des modularen Einbaus. Dazu haben wir ein unkompliziertes Vorrüst-Set für den Wärmepumpeneinbau entwickelt, das Kit 65. Es handelt sich um eine vorgefertigte Montagegruppe, die als zentrale Schnittstelle für bivalente Heizungssysteme dient. Das Bauteil macht die häusliche Wärmeversorgung also hybridfähig, auch wenn die regenerativen Komponenten erst nachträglich ergänzt werden sollen oder können. Klarer Fokus: Lösungsgeschwindigkeit."

"Wie genau macht sich diese Geschwindigkeit im Rahmen des Einbaus bemerkbar?"

Bernhardt: "Das Kit 65 kann von jedem Fachhandwerker unmittelbar hinter dem neuen Gas-Brennwertkessel an der Wand angebracht und mit den bestehenden Anschlusshähnen verbunden werden. Dadurch verbraucht es nicht viel Platz und beansprucht im Zuge des Kesseltausches nur rund 30 Minuten an zusätzlicher Montagezeit. Höhe und Breite entsprechen denen des verbundenen BRÖTJE Gas-Brennwertkessels, die Tiefe beträgt nur 175 mm. Dank abnehmbarer Seitenwände kann der Installateur auch bei einer Unterbringung in Nischen und engen Heizungskellern alles gut erreichen. Das System wird also montagetechnisch für den Anschluss einer Wärmepumpe vorbereitet, entweder direkt oder später. Es ist als Hybridanlage damit absolut gesetzeskonform."


"Sind vor der Installation des Kit 65 Sanierungsmaßnahmen nötig?"

Bernhardt: "Das Kit 65 kann kurzfristig ohne vorherige Baumaßnahmen installiert werden. Denken Sie an die zahlreichen Havarien, das sind immerhin etwa 20 % aller Austauschfälle. Dann muss die Wärmeversorgung schnell sichergestellt werden – also wird erst einmal der bewährte Energieträger beibehalten. Die Wärmepumpe lässt sich dank des Kit 65 später ergänzen. Angeschlossen wird dann nur noch die Außeneinheit, zusätzlicher Platzbedarf im Heizungsraum besteht nicht mehr."

Pressemitteilung: Interview mit Marcus Bernhardt zur Installation des Kit 65Zügige Montage inklusive: Maximal 30 Minuten sollen ausreichen, um die Hybridanlage entsprechend vorzubereiten. Die kompakte Bauweise bietet höchstmögliche Flexibilität in beengten  

"Man bleibt also flexibel?"

Bernhardt: "Wer sich keinem akuten Zeitdruck gegenübersieht, aber seine Heizung gezielt zukunftsfähig machen möchte, bleibt mit dem Kit 65 sogar sehr flexibel. Planer und Fachhandwerker können sich in Ruhe mit Bauphysik, Wärmeübertragung und Warmwasserbedarf im Gebäude beschäftigen und Optimierungsmaßnahmen ausführen. Je besser der Sanierungszustand, desto kleiner und kostengünstiger lässt sich die Wärmepumpe schließlich dimensionieren, damit der gesetzlich vorgeschriebene Heizanteil von mindestens 65 % über erneuerbare Energien abgedeckt ist."


"Für welche Gebäudeheizlast eignet sich diese Konfiguration?"

Bernhardt: "Aktuell funktioniert das Kit 65 als Bindeglied zwischen den WGB.1 Gas-Brennwertkesseln mit 14 oder 22 kW Heizleistung sowie den Luft-/Wasser-Wärmepumpen der BLW Eco.1 Serie. Je nach gewählter Kombination werden die GEG-Anforderungen bis zu einer maximalen Gebäudeheizlast von bis zu 23,9 kW erfüllt. Vorausgesetzt wird ein Niedertemperaturbetrieb mit einem Teillastpunkt „A“ – 7 °C, das entspricht den GEG-Vorgaben in § 71h. Weitere Geräteversionen sind in Entwicklung. Auf Basis von Erfahrungswerten haben wir die Kosten für Material und Arbeitszeit durchgerechnet, die im Fall einer Kit 65-Plug-and-play-Installation im Vergleich zu einer individuell konfigurierten Hybridanlage anfallen: Die Kit 65-Lösung sparte bis zu 40 % der Investitionssumme ein."

Pressemitteilung: Interview mit Marcus Bernhardt zu Gebäude- und Anlagebedingungen fürs Kit 65

"Wie funktioniert die Regelung eines Hybridsystems mit integriertem Kit 65?"

Bernhardt: "Das Kit 65 fungiert auch als regelungstechnische Inneneinheit der Wärmepumpe, auf einen externen Pufferspeicher kann verzichtet werden. Zudem übernimmt es die Abtaufunktion für die Wärmepumpe im Winter. Alle Komponenten des Hybridsystems lassen sich über ein einziges Display am Gas-Brennwertkessel steuern. Auf der neuen IWR-Regelungsplattform ermöglicht das Kit 65 die Umschaltung zwischen diversen Betriebsmodi, um die Gesamtanlage CO₂-reduziert und/oder kostenoptimiert zu betreiben. Das schafft zusätzliche Unabhängigkeit bei schwankenden Energiepreisen. Die Wärmeerzeuger laufen redundant, sodass höchste Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Für Spitzenlasten springt die Gasheizung ein. Werden weitere energetische Sanierungen am Gebäude vorgenommen, steigt der Versorgungsanteil der Wärmepumpe und somit sinkt der CO₂-Ausstoß des Gesamtsystems – der Gaskessel kann aus dem System „herauswachsen“."


"Wenn nachträgliche Einstellungen und Wartungsmaßnahmen anstehen – wie zügig lassen sich diese abwickeln?"

Bernhardt: "Weder Hausbesitzer noch Fachhandwerker möchten regelmäßig im Heizungskeller herumhantieren, wenn Fragen zur Anlage auftauchen. Darum bietet BRÖTJE nicht nur eine Start App an, die den Installateur schrittweise durch die Inbetriebnahme führt, sondern auch ein komfortables Onlineportal mit Fernzugriffsoption. Damit lassen sich Störungen auch von unterwegs aus entdecken und beheben."


"Das Gesamtkonzept nimmt also dem Fachhandwerker den Druck von den Schultern?"

Bernhardt: "Im positiven Sinne schon. Ein weiterer Pluspunkt ist die langfristige Kundenbindung: Wer das Kit 65 installiert, wird natürlich auch später mit der Integration der Wärmepumpe in das System beauftragt. Da die Hydraulik bereits vorbereitet ist, geht die Installation dann mit weniger Zeitaufwand vonstatten. Mit dem Kit 65 liefern wir eine einfache und zukunftssichere Lösung für den kurzfristigen Kesseltausch sowie für die planbare Heizungssanierung in Ein- und Zweifamilienhäusern. Installationsaufwand und Investitionskosten lassen sich auf einen längeren Zeitraum verteilen und Planungssicherheit wird hinzugewonnen. Mit diesem Konzept sind wir ausgezeichnet dafür gerüstet, den deutschen Wohnbestand großflächig an die Wärmepumpentechnik heranzuführen."


"Vielen Dank für das Gespräch!"


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